Logbuch
26. April 2010

Flosstour 2010

Am 20. Juli 2010 hieß es: Leinen los! Das Floß ROBINA WALD ging in Stuttgart auf  Tour. Gebaut hatten es AktivistInnen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD. Sie waren damit rund vier Wochen lang auf Neckar, Rhein und Main unterwegs, um Menschen für den “Klimaschutz von unten” zu gewinnen.

Video:

Zum Teil 3: Alex macht mit der Floßcrew eine Ankerübung. Lena übt eine Rettungsaktion eines “verunglückten” Kletteres. Lena, Simon und Alex beschreiben ihre Sichtweise zum Motto der Floßtour 2010 “KLAR ZUM ENTERN – KLIMASCHUTZ SELBER MACHEN”. Die Tour endet mit einer spektakulären Transparent-Aktion am Eisenern Steg in Frankfurt. Auf dem Transparent steht: RUHESTÖRER! KLIMAKILLER! FRAPORT KIELHOLEN!

Logbuch:

Stuttgart-Bad Cannstatt | 20.-22.07.

Nachdem wir unser Floß ROBINA WALD II in Stuttgart-Hofen zusammengebaut hatten, begann die Floßtour 2010 unter dem Motto „KLAR ZUM ENTERN – KLIMASCHUTZ SELBER MACHEN“. Es gab anfänglich unerwartete Diskussionen mit regionalen Behörden, die von uns eine Anmeldung als Sondertransport verlangten, obwohl wir seit 2 Jahren als Kleinfahrzeug zugelassen und ohne spezielle Genehmigung unterwegs sind. Auf dem Weg vom Aufbauort zum Startpunkt der Tour in Stuttgart-Bad Cannstatt begrüßten zwei Aktivisten von Robin Wood das Floß, indem sie sich mit einem großen Transparent mit der Aufschrift „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ an der Brücke am Kohlekraftwerk von EnBW im Stadtteil Münster auf das Floß abseilten.

Bei unserer Ankunft in Bad Cannstatt wurden wir von JournalistInnen empfangen, die viele Fragen zu unserem Projekt hatten — am nächsten Tag erschienen dann auch mehrere Artikel in Zeitungen über die Floßtour. Neben der Arbeit am Robin Wood Infostand unterstützte die Floßcrew den lokalen Protest gegen das Milliardengrab der Deutschen Bahn, Stuttgart 21, mit einem riesigen Transparent an einer Fußgängerbrücke über dem Neckar. Über das Transparent freuten sich zahlreiche PassantInnen, die uns auf dem Floß besuchten. Um so enttäuschter waren sie, als es auf Anordnung des Ordnungsamts entfernt und dabei von einem Beamten beschädigt wurde.

Die seit Tagen herrschende Hitze und Schwüle wäre schwer erträglich, gäbe es nicht den Neckar zum gelegentlichen abkühlen. Wir nutzten die Zeit in Cannstatt auch, um letzte Vorbereitungen und Besorgungen für die Tour zu erledigen.

Zwischendrin fanden wir noch Zeit, aus Treibholz ein kleines Beifloß zu konstruieren. Nur so zu Übungszwecken… Wir tauften es auf den Namen Sebastian, praktischerweise trieb auch ein entsprechendes Schild an.

Bad Cannstatt – Ludwigsburg | 22.07.

Es war für manche von uns eine kurze Nacht: ein Gewitterregen durchfeuchtete die draußen schlafenden etwas. Wir verließen Stuttgart am Donnerstag gegen 10:30. Nach den hoffentlich letzten bürokratischen Hürden — einer kurzen Abnahme des Floßes durch die Wasserschutzpolizei — machten wir uns auf den Weg nach Ludwigsburg, wo wir nach ca. 6 Stunden eintrafen.

Der Abschied von unserem selbst gebauten Beifloß „Sebastian“ fiel uns schwer, doch mussten wir es zügigerem Vorankommen opfern.

Nach sechsstündiger Fahrt wurden wir in Ludwigsburg Hoheneck von ungeduldigen Passanten erwartet, die trotz Regens und unserer Verspätung an der Anlände ausgeharrt hatten um mit ihren Kindern das Floß zu stürmen und unseren Infostand zu begutachten. Den Rest des Abends verbrachten wir in gemütlicher Regenrunde auf dem Floß und warteten ungeduldig auf Sani-Christoph der uns zu später Stunde mit Unmengen Pommes und lokalem Malzgetränk versorgte.

Ludwigsburg – Besigheim | 23.07.

Jule und Benni starteten, wie am Abend zuvor geplant, heute schon um 7.00 früh den Motor da wir bis Besigheim eine weite Strecke vor uns hatten. Der restliche Teil der Crew wachte erst in Marbach auf, wo wir wegen kurzzeitigen Motorproblemen anlegen mussten. Die Ursache des Motorproblems wurde jedoch von Benni und Jule schnell gefunden und konnte in guter Teamarbeit schnell behoben werden.

Nun konnten wir nun unsere Fahrt in Richtung Besigheim fortsetzen. Als wir nach neunstündiger Fahrt unseren Anleger in Besigheim erreicht hatten, war einem Großteil der Crew die Erschöpfung anzusehen. Günther übernahm die Infoarbeit in der schönen Besigheimer Altstadt und verteilte unsere neuen Floßtour-Klimaflyer. Den Abend verbrachten wir an unserem idyllischen Anlegeplatz und nutzten dies, um an diesem verregneten Abend die nächsten Tage zu planen und zu organisieren.

Crew: Alex, Günther, Gerrit, Jule, Lena, Wilfried, Kei, Punky, Benni, Simon, Michi, Christoph

Besigheim – Lauffen | 24.07.

Bereits am frühen Morgens hatten wir Besuch: Zwei nette junge Herren der Zivilpolizei beobachteten uns unauffällig beim Zähneputzen, waren aber vermutlich wie immer aus “rein privatem Interesse” da. Als unsere Zelte abgebaut waren ging die Reise zügig los. Bereits nach der ersten Schleuse warteten die ersten Interessierten in einem blauen Boot auf uns, welches uns auf dem ganzen Weg begleitete. Auch auf dem weiteren Weg wurden wir zu Wasser und Land begleitet, führte unsere Strecke doch am Atomkraftwerk Neckarwestheim vorbei. Zunächst machten wir einen kleinen Ausflug mit dem Schlauchboot, welcher von einem Polizeiboot begleitet wurde. Dabei stellten wir fest, dass wir bereits von weiteren Polizeieinheiten (samt Hunden) erwartet wurden. Als auf Höhe des Kraftwerkes neben dem großen und dem kleinen Polizeiboot noch ein Weiteres auftauchte, fühlten wir uns verpflichtet, deren Geschwindigkeit und Wendigkeit zu testen.

Bild: Extra3 - BundesstörfallLiga

Diverse Schlauchboot- und Floßmanöver wurden von der Forderung begleitet, Neckarwestheim und alle anderen Atomkraftwerke bzw. -anlagen endlich vom Netz zu nehmen. Dies wurde der Polizei lautstark per Megaphon kund getan. Nach der wilden Verfolgungsjagd nahmen wir ein Bad im nun “wohl temperierten” Neckar. Die reißende Strömung des Neckaraltarmes, die die Leistung des Floßmotores und die Fahrkünste des Fahrers unter Probe stellte, bereitete uns dabei großte Freude. “Strahlend” kamen wir aus dem Wasser, leisteten noch weitere Infoarbeit und wurden von der Ortsgruppe des BUND und Christians Familie besucht. Am Abend gingen einige nach einem anstrengenden Tag früh schlafen, andere Flößer mischten sich bei der italienischen Nacht unter die Lauffener.

Crew: Alex, Günther, Gerrit, Jule, Lena, Wilfried, Punky, Benni, Simon, Aglaia

Lauffen- Heilbronn | 25.07.

Wir wurden in Lauffen von herrlicher Morgensonne geweckt. Als wir gefrühstückt hatten, kamen Barbara und Jürgen vom BUND Lauffen unserer Einladung nach und begleiteten uns bis Horkheim. Sie bereicherten uns mit ihrer Wissen zu lokalen Themen wie Landschaft, Wirtschaft und Politikgeschehen, wie z.B. die Ausweitung der Schiffsverkehr auf dem Neckar und die daraus resultierenden ökologischen Folgen.

Nachdem wir uns die ersten Kilometer bei traumhaften Wetter treiben ließen, kam es zu einer Meuterei gegen Kaptain Punky mit anschließender Wasserschlacht im angenehm kühlen Neckar. Ebenfalls zugestiegen waren Lenas Eltern, die dafür sorgten, dass die Dienstkleidung der Crew gewaschen wird. In Heilbronn angekommen wurde schnell der Infostand aufgebaut. Aufgrund der zentralen Lage unseres Steigers direkt an der Promenade der Stadt, freuten wir uns über viele neugierige Besucher und bekamen viel Zuspruch. Am Abend kochten wir Reis mit Bohnen und Sojageschnetzeltem und planten anschließend den Ablauf der nächsten Tage.

Die Nacht verbrachten wir in einen nahe gelegenen Yachthafen, um am nächsten Morgen zurück an den zentral gelegenen Anleger zwischen der Heilbronner Taxifähre und dem Theaterschiff anzulegen.

Crew: Aglaia, Simon, Benni, Punky, Wilfried, Jürgen, Jule, Guzzi, Gerrit, Günther, Barbara, Alex, Daniel

Heilbronn | 26.07.

Heute ging es zurück zu unserem Anleger mitten an der Fußgängerzone, wo sich auch bereits viele Interessierte einfanden. Einige von uns gingen zu den Anti-Atomprotesten des Energiewendebündisses Heilbronn. “Sofortiger Atomaustieg” hieß es zu Beginn der Kundgebung und später kam die Demo auch bei uns am Floß vorbei. Mit dem Kohlekraftwerk steht in Heilbronn der zweitgrößte Kohledioxidemittent in Baden-Würtemberg, auch dies ist Thema des Bündnisses. Kurz darauf zog die Demo weiter.

Gemütlich ist unser Liegeplatz nicht gerade, aber wir haben die Großstadt genutzt um unsere Vorräte aufzufüllen und auch viel Hilfe wurde uns angeboten. Den Rest des Tages schüttete es ganz schön, trotzdem besuchten uns viele Menschen und auch zwei Journalisten fanden den Weg zu uns. Das Kohlekraftwerk wurde immer wieder Thema. Gegen Abend wurde es ruhiger.

Mark Twain bereiste den Neckar auch auf einem Floß und zwar ab Heilbronn. Deshalb las uns Jule heute abend aus seinem Buch “Bummel durch Europa” das entsprechende Kapitel vor. Unser heute passendes Zitat: “Eine Mütze voll Regen verursacht im Neckar Hochwasser, und ein Zuber voll führt eine Überschwemmung herbei.”

In Heilbronn starten wir mit Mark Twain im Gepäck, der die selbe Strecke vor 130 Jahren auch schon mit dem Floß befuhr:

“Die Bewegung eines Floßes ist gerade die richtige; sie ist träge, geitend, sanft und geräuschlos; sie beruhigt alle fiebrige Betriebsamkeit, schläfert alle nervöse Hast und Ungeduld ein; unter ihrem beruhigendem Einfluß schwindet jeglicher Ärger, Verdruß und Kummer, der den Geist quält, und das Leben wird ein Traum…”

Heilbronn – Bad Wimpfen | 27.07.

Gegen 9.00 Uhr hatten wir eine Arbeitsbesprechung, das Wetter war nicht sonderlich schön und wir legten früh ab. Vorher versorgten wir uns noch mit dem nötigsten und wurden vom Reformhaus Maier großzügig beschenkt – für die nächsten Tage haben wir ausgesorgt.

Wir fuhren den Altarm zurück und nahmen den Weg über den “Kanal”, der Neckar heißt. Hinter der Schleuse und vor dem Kohlekraftwerk erwarteten uns Boote der Wasserschutzpolizei welche zwischen uns und dem Kai Position bezogen hatten um ständig mit auf gleicher Höhe zu bleiben.

Das Kohlekraftwerk ist der zweitgrößte Kohlendioxidemittent in Baden-Württemberg und so bedachten wir es auch mit einer Mini-Ansprache per Megaphon.

In Bad Wimpfen angekommen bauten wir unseren Infostand auf und wurden von vielen Fahrradfahrern besucht, welche das Floss neugierig und interessiert unter die Lupe nahmen. Jule, Benni, Guzzi, Lena und Simon hängten Seile in eine am Floß gelegene Trauerweide und übten ein wenig “Retten aus dem Baum”.

Während dessen trafen 3 Polizeibeamte ein, welche sich über eine mögliche (Kletter-)Aktion am Bad Wimpfener Chemiewerk “Solvay” sorgen machten, da einige engagierte Bürger gegenüber der Polizei mit viel “Zivilcourage” ihre Bedenken via 110 geäußert hatten. Während dessen kam Günther in den Genuss einer persönlichen Präsentation des Werkes durch die Geschäftsführung, in welcher darauf hingewiesen wurde, dass sich das Unternehmen um Umweltschutz bemühe. Die Nervosität wird verständlich, wenn klar ist, dass dieses Werk der letzte große FCKW-Produzent in Deutschland war, gegen den massiv protestiert wurde, bis die Produktion eingestellt wurde.

Anschließend gingen einige der Crew schwimmen und wir verbrachten einen gemütlichen Abend auf dem Floss mit sternenklarem Himmel.

Crew: Guzzi, Benni, Jule, Simon, Lena, Daniel, Günther, Wilfried, Gerrit

Bad Wimpfen – Neckarelz-Mosbach | 28.07.

Als einige der Floßcrew bereits um 6 Uhr aufstanden, lag das Floß in einer herrlichen Nebellandschaft. Schon früh machten wir uns los, um den Neckar hinabzugleiten, vorbei an alten Burgen und Weinbergen. Nach fünfstündiger Fahrt erreichten wir das verregnete Neckarelz/Mosbach und wurden fröhlich von Fifi und Kei empfangen. Auch ein Journalist der Rhein-Neckar-Zeitung besuchte uns am Floss und machte Fotos und Interviews. Nun liegen wir am Steiger des Ruderclubs Neptun, räumen das Floss auf, kochen und machen Infoarbeit. Den Abend verbrachten wir auf dem Floss und warteten auf Alex, der uns erst spät erreichte.

Crew: Guzzi, Benni, Jule, Simon, Lena, Daniel, Günther, Wilfried, Gerrit, Peter, Kei

Mosbach- Eberbach | 29.07.

Wir verließen Mosbach bei Sonnenschein bereits um 7 Uhr, da wir mit 25 Kilometern den auf dieser Tour bisher längsten Weg vor uns hatten. Wir ließen uns ein Weile treiben und genossen das schöne Wetter.

Auf dem Weg passierte das Floß das bereits stillgelegte Atomkraftwerk Obrigheim, wo wir erneut von einem größeren Polizeiaufgebot begleitet wurden.

Dann lagen wir vor der Schleuse Guttenbach und warteten darauf geschleust zu werden. Das Wetter war plötzlich umgeschlagen und wir saßen bei Platzregen und Gewitter unter unseren Planen.

Wir warteten insgesamt 3,5 Stunden, weil ständig große Berufsschiffe vor uns geschleust wurden. Das brachte unseren ganzen Plan durcheinander und wir erreichten Eberbach erst gegen 18.00 Uhr. Auf dem Weg sammelten wir einen zweiten Peter ein, der uns ein kleines selbstgemachtes Transparent zum Thema Klimaschutz und Binnenschifffahrt mitbrachte.

In Eberbach angekommen kam eine Lokaljournalistin und auch eine Förderin besuchte uns samt Familie. Wir sprachen noch mit einigen Passanten, aber eigentlich hätten wir gern mehr Werbung für Ökostrom gemacht, wollen sich doch die Stadtwerke Eberbach an einem Kohlekraftwerk in Brunsbüttel beteiligen.

Crew: Alex, Lena, Jule, Simon, Benni, Gerrit; Wilfried, Guzzi, Peter und Kei, Christian

Hirschhorn | 30.07.

Heute hatten wir eine kurze Strecke vor uns, deshalb ließen wir den Tag gemütlich angehen. Jule und Lena verließen uns. Jule hatte schon die Säge in der Hand, weil ihr Rucksack an den Infostand gekettet war, bis sich der Schlüssel fand. Lena winkte uns lange vom Ufer hinterher – bis sie samt Kleidung in den Neckar sprang, um zum Floß zu schwimmen und uns zu umarmen. Wir brachten sie mit dem Schlauchboot zum Ufer und ließen sie traurig zurück.

Die Fahrt ging durch enge bewaldete Täler, durch die wir langsam dahinglitten. Das Wetter war schön und die Sonne füllte unsere Solarbatterie. An der Schleuse warteten wir nur kurz und dort hatten wir einen entspannteren Kontakt zur hiesigen Wasserschutzpolizei. Wir genossen den Anblick der schönen mittelalterlichen Altstadt und Andi besuchte uns kurz, mit dem Alex Ende des 20. Jahrhundertst in Indien war.

In Hirschhorn machten wir am Kai unterhalb der Stadtmauer fest. Kaum angekommen empfing uns die lokale Presse und wir hatten ein interessantes Gespräch zum Kohlekraftwerk in Mannheim.

Mark Twain schrieb über Hirschhorn: „Es war ein Viertel, das mit verwachsenen, schielenden, verwahrlosten und ungekämmten Idioten wohl versehen war.“ Das konnten wir so nicht finden und machten einen entspannten Bummel durch die kleine Altstadt und hinauf zur Burg. Kei und Peter malten unser Besichtigungstranspi neu und wir machten einige kleinere Reparaturen.

Einige Touristen und Interessierte kamen vorbei und ein Ehepaar führte uns kurz ihr 3 Liter-Auto vor.

Am Abend besuchte uns noch die lokale Polizei und wollte “nur einmal schauen”. Die Äußerungen von ihnen zu Ökos, die zuhause alles unökologisch machen etc. könnten aber eventuell doch zu Mark Twains Zitat passen und kurzzeitig dachten wir über eine Dienstaufsichtsbeschwerde nach.

Derweil genoss Alex vom Turm der Burg die Aussicht und wurde prompt eingeschlossen. Nachdem er schon über das Dach flüchten wollte, erbarmten sich einige Kellner des benachbarten Restaurants und befreiten ihn. Daniel und Gerrit stießen dann zu ihm und sie arbeiteten an den Laptops hoch oben über dem Rhein bis zur Nachtruhe auf dem Floß.

Crew: Aglaia, Alex, Simon, Benni, Daniel, Guzzi, Wilfried, Gerrit, Peter

Hirschhorn – Neckargemünd | 31.07.

Da wir lediglich eine Strecke von 12 km bis Neckargemünd vor uns hatten, begann der heutige Tag mal ganz entspannt. Als wir bei Sonnenschein aufwachten, hatte unser Frühaufsteher Willfried bereits Brötchen geholt. Nachdem wir unsere Wasserkanister mit frischem Quellwasser aufgefüllt hatten und das Floss abfahrbereit war, besuchten uns Adelheid mit ihren Kindern Oliver, Irene und Sandra, sowie Alex Bekannter Andi. Sie alle waren am heutigen Tag unsere Mitfahrer.

Der Streckenabschnitt hatte neben schönen Orten wie Neckarsteinach (wo wir die vielen Passanten per Megaphon über die Ziele unserer Flosstour informierten) eine wunderschöne Landschaft mit Burgen und schönen Berghängen zu bieten. Nachdem wir uns eine Weile treiben ließen und dies für eine Badepause im angenehm kühlen Neckar nutzen, erreichten wir gegen 15 Uhr Neckargemünd.

Dort wurden wir von Mitgliedern der Grünen Ortsgruppe und vielen Passanten mit Kaffee und Kuchen empfangen. Unser Infostand war aufgrund vieler Touristen und vorheriger Ankündigung unseres Eintreffens in der Presse so stark besucht wie auf dieser Floßtour selten, so dass wir mit vielen Menschen ins Gespräch kamen.

Als die 4jährige Sandra das Floß verließ sagte sie ihrer Mutti: “Siehst du, es war mir gar nicht langweilig und eine Freundin hatte ich auch.”

Am Abend bekamen wir erneut Besuch von Mitgliedern der Grünen, die uns mit selbstgemachter Pizza und Getränken versorgten. Zu später Stunde traf dann Steffi, direkt vom Vorstandstreffen kommend, samt Flosshund Kiri ein. Morgen fahren wir weiter nach Heidelberg, wo wir die nächsten drei Tage an den Neckarwiesen liegen werden.

Crew: Aglaia, Andi, Adelheid, Oliver, Irina, Sandra, Benni, Simon, Alex, Gerrit, Wilfried, Peter, Guzzi, Steffi

Neckargemünd – Heidelberg | 01.08.

Schon um sechs Uhr verließen wir Neckargemünd, da von 9 bis 11 Uhr ein Triathlon stattfinden sollte und deswegen die Schleuse vor Heidelberg gesperrt sei. Dieser wurde jedoch auf Grund zu starker Strömung zum Duathlon und so konnten wir ohne weitere Probleme den Abschnitt passieren. Bei unserer Ankunft an den Neckarwiesen wurden wir vom Robin Wood Vorstand fröhlich empfangen. Unser Infostand war an diesem Tag gut besucht, da der nun Duathlon nahe des Steigers stattfand und viele Neugierige anlockte. Stefan fuhr mit dem Fahrrad zur “Gärtnerei” (einem selbstverwalteten, studentischen Gartenprojekt), welche uns mit selbst angebautem Gemüse versorgte. Am Abend kochten wir dieses und verbrachten den restlichen Abend auf dem Floß.

Mark Twain erreichte Heidelberg, das Ende seiner Floßtour im Übrigen unter anderen Umständen:

„Wir stachen rechtzeitig in See, um vor Einbruch der Dunkelheit die 8 Meilen lange Strecke bis Heidelberg zurückzulegen […] Ich glaubte, selbst unter der Brücke hindurchsteuern zu können, und so ging ich zu den drei Stämmen an der Spitze und nahm dem Steuermann die Stange und die Verantwortung ab. Wir rasten in ungeheuer aufregendem Stil dahin und ich erfüllte die heiklen Pflichten meines Amtes für einen ersten Versuch wirklich sehr gut, aber da ich plötzlich bemerkte, dass ich tatsächlich dabei war, die Brücke selbst anzusteuern, statt das Gewölbe unter ihr, trat ich verständig genug an Land. Im nächsten Augenblick war mein lang gehegter Wunsch erfüllt: Ich sah ein Floß zerschellen. Es traf den Pfeiler genau in der Mitte und zersplitterte und zerfetzte wie eine vom Blitz getroffene Schachtel Streichhölzer. Ich war der einzige unserer Gesellschaft, der diesen großartigen Anblick erlebte.“ Hoffen wir, dass es unserem Floß nicht so ergeht.

Am nächsten Tag wurden im Übrigen einige unserer Aktiven vom Floß angeblich bei einer Kranbesetzung des Kohlekraftwerks Mannheim gesichtet, aber das ist eine andere Geschichte.

Heidelberg | 02.08.

Als wir erwachten, hatte Matthias uns bereits Brötchen mitgebracht. Nach dem Frühstück bauten wir den Infostand auf und begannen die Infoarbeit. Langsam trudelten einige der Floßcrew, die auswärts übernachtet hatten, um sich eine Auszeit vom Floß zu nehmen, wieder ein. Am frühen Nachmittag verließen einige der Besatzung vorrübergehend das Floß, wegen einer Einladung zum Essen und Plaudern mit den Heidelberger Robin WoodlerInenn und einige von uns besuchten die Innenstadt. Die plötzliche Verringerung der Besatzung gab der Wasserschutzpolizei den Anlass vorbeizuschauen und nach dem Rechten zu gucken.

Aufgrund von Kommunikationsproblemen wurde es versäumt der am Floß gebliebenen Crew Essen vorbeizubringen, so dass sie an diesem Abend fast verhungern mussten. Abends verließen uns noch Fifi und Gerrit und wir gingen (fast) alle zeitig schlafen.

Heidelberg | 03.08.

Nach dem Aufstehen erfuhren wir, dass es uns vollkommen unbekannten ROBIN WOOD AktivistInnen gelungen war, einen Kran auf der Baustelle des sich im Bau befindenen Kohlekraftwerkes in Mannheim zu besetzten. Dabei entrollten sie ein riesiges Transparent mit der Aufschrift “BAU STOP- CLIMATE JUSTICE NOW” und forderten einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger.

Bild: TranspiAktion Kohlekraftwerk Mannheim

Am Floss wurde derweil weiter fleißig Infoarbeit geleistet und viele Interessierte besuchten uns und stellten viele Fragen. Am Nachmittag veranstalteten wir in Flossnähe ein Schnupperklettern, welches allen Teilnehmenden viel Freude bereitete. Hierbei half auch Uli, die zuvor angereisst war und unsere Crew nun verstärkt.

Gegen 20:30 Uhr fingen wir an, das in der Presse angekündigte Flosskino vorzubereiten. Als es dunkel wurde begannen wir nun, mit vielen Neugierigen Filme über vergangene Robin Wood Aktionen, eine alte Floßtour und andere politische Themen zu schauen. Nachdem das gelungene Abendprogramm zu Ende war und einige schon vor dem Beamer unter der Brücke einschliefen, bauten wir alles ab und gingen an Bord schlafen.

Das Floß hat nun beinahe die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht und irgendwie verwechselten wir wohl Heidelberg und Mannheim, weil das Floß in Heidelberg lag und es eine Aktion gegen das Kohlekraftwerk in Mannheim gab. Nun ja, vielleicht wollten wir ja auch nur unseren taktischen Gegner verwirren.

Und so treibt das Floß weiter… nun noch über den Neckar und dann ab Mannheim den Rhein hinab, der die meistbefahrene Schifffahrtsstraße in Europa ist und deshalb auch nicht ganz ungefährlich.

Heidelberg – Mannheim | 04.08.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir schon um neun Uhr morgens auf, da wir gut 20 km Fahrt und zwei Schleusen vor uns haben. Nach der Kranbesetzung am Dienstag in Mannheim ist die WaSchPo offensichtlich recht nervös und begleitet uns. An der Feudenheimer Schleuse haben sie wohl Sorge, dass sie nicht mitkommen und wollen bei Rotlicht noch vor uns und einem Schubverband in die Schleuse einfahren. Dafür handeln sie sich einen Anpfiff des Schleusenwärters ein: “Ja macht nur mit eurer Nußschale, wenn der Schuber nicht bremsen kann, seid ihr platt wie ne Flunder!”.

In Mannheim ist leider nicht viel los, das Neckarufer ist nicht gerade eine Flaniermeile. Kurz nach unserer Ankunft legt aber ein Passagierschiff an und eine Gruppe Kinder mit ihren Eltern steigt aus und bestaunt begeistert das Floß. Da wir ohnehin noch einmal umlegen müssen, nehmen wir die Kinder ein Stück mit.

Nachmittags kommt Domenic dazu, der eigentlich eine ganze Woche mitfahren wollte, aber nun doch nur bis Freitag Zeit hat. Abends gibt es zur Abwechslung mal Bulgur mit Gemüse und Hanna stattet uns einen Übernachtungsbesuch ab.

Crew: Daniel, Ulrich, Stefan, Alex, Willfried, Oliver, Simon, Benni, Uli, Domenic, Hanna

Mannheim | 05.08.

Nachdem es in der Nacht und den Vormittag über kräftig geregnet hat, findet unser Infostand eher geringes Interesse. Erst gegen abend kommen noch einige Spaziergänger vorbei.

So nutzen wir den Tag, um gründlich aufzuräumen und zu sortieren und neues Infomaterial zu bestellen. Auch diverse wichtige Einkäufe und andere Orgaarbeiten können wir erledigen. Alex besorgt ein neues Ankerlicht und strahlend weiße Festmacherleinen. Außerdem erstellen wir kleine Infotafeln für unser Meeresspiegelanstiegsmodell und eine Übersicht über den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel.

Simon und Benni müssen uns leider verlassen, dafür kommt Jule wieder an Bord (liebe Grüße von dieser an erstere nach Bielefeld (-: ).

Crew: Ulrich, Stefan, Willfried, Alex, Uli, Jule

Mannheim – Worms | 06.08.

Trotz Großstadt hatten wir eine relativ ruhige, entspannte Nacht. Am Morgen haben wir eine Brötchentüte auf dem Steiger gefunden…woher sie auch immer kam? Pünktlich zum Frühstück kamen Oliver und Birgit an…nur Christian ließ wie immer noch auf sich warten. Als er dann endlich da war (nach 8stündiger Reise und Fußmarsch aus Köln) ging es gegen halb 11 los Richtung Worms.

Zufällig hatte die WaSchPo heute die selbe Richtung und so konnten wir ein Stück gemeinsam fahren. Nach nur wenigen Flusskilometern entlang hässlicher Industrieansiedlungen mündete der Neckar in den Rhein. Die Industrie wurde nun noch hässlicher und der Fluss schneller und dreckiger, was uns aber nicht vom “Rhein-Anbaden” abhalten konnte.

Wir nutzten die Gelegenheit ein vorbeifahrendes Kanu samt japanischem Insassen an uns fest zu machen und mit ihm zu plaudern. Nach einer erfolgreichen Ankerübung legten wir gegen halb 2 in Worms an.

Der Infostand wurde aufgebaut und stieß auf reges Interesse. Viele Kinder besuchten und bestaunten unser Floß und auch die Presse und das Radio waren da. Am Abend lud uns das SWR3 zu einem Liveinterview in den nah gelegenen Strandclub ein.

Ohne dass wir es bemerkten, hat sich Alex nach Hamburg abgesetzt…aus Angst von uns angekettet zu werden…aber er kommt ja morgen wieder! Nicht wahr? Andi stieß zu uns und nach Christians erfolgreichem Interview auch noch eine ganze Schar junger Mädels, die uns bis in den Sportboothafen begleiteten. Zum Kochen war es schon zu spät, also gabs mal wieder lecker Pfannekuchen.

Crew: Jule, Ulrich, Stefan, Willfried, Christian, Alex, Birgit, Oliver, Uli, Andi

Worms | 07.08.

Strahlender Sonnenschein begrüßt uns am Morgen und nach einem ausgiebigen Frühstück verlegen wir das Floß zurück an den Anleger in Worms und bauen den Infostand auf. Das Wetter lockt viele Menschen an den Rhein und der Andrang an Floß und Infostand ist groß.

Auch die am Ufer aufgehängten Hängematten begeistern vorbeikommende Kinder. Die Sonne lädt nicht nur unsere Solarbatterien ordentlich auf, auch die seit Wochen feuchten Schwimmwesten können endlich getrocknet werden.

Am Abend gibt es noch einen kleinen Badeausflug in den gegenüberliegenden Altrheinarm, bevor wir am Abend zurück in den Jachthafen fahren.

Stefan musste heute leider fahren, dafür kommen Tina, Aglaia, Thorsten, Amadeo, Josi und David an Bord.

Auch Sara-Ann und Hanna kommen zu Kaffee und Kuchen vorbei, müssen abends aber leider wieder nach Hause.

Crew: Ulrich, Oliver, Uli, Christian, Jule, Willfried, Tina, Aglaia, Thorsten, Amadeo, Josi, David, Uli

Worms – Erfelden | 08.08.

Nach einer ruhigen Nacht im Yachthafen nehmen wir noch einige Gäste an Bord, die mit uns bis nach Mainz fahren. Irgendwann ist alles Gepäck verstaut und wir können gegen 10:30 aufbrechen.
In Gernsheim tauschen wir Jule gegen Alex ein, essen Eis und informieren noch gleich einige Interessierte.

Einige Kilometer vor Biblis bekommen wir Besuch von einem Polizeihubschrauber, so dass eine Kraftwerksbesetzung leider nicht in Frage kommt. Statt dessen machen wir ein hübsches Fotoshooting mit Floß und Kraftwerk im Hintergrund.

Nach 30 Rheinkilometern fahren wir schließlich noch 7 km in den Altrheinarm nach Erfelden. Leider haben wir sowohl den Gegenwind auf dem Rhein als auch die Gegenströmung im Altrhein unterschätzt. So kommen wir mit einiger Verspätung in Erfelden an. Dadurch muß die geplante Führung in das Naturschutzgebiet “Kühkopf” leider ausfallen.

Allerdings ist in Erfelden aufgrund des schlechten Wetters nicht viel los und einige Crewmitglieder machen einen privaten Ausflug in den Kühkopf.

Im Kanuclub finden wir eine Unterkunft und so wird es nicht so eng auf dem Floß. Auch Duschen und Toiletten können wir dort freundlicherweise nutzen.

Nach einem überraschend frühen Abendessen und einer kurzen Arbeitsbesprechung gehen wir früh zu Bett, weil uns am nächsten Tag weitere 30km Floßfahrt erwarten und wir pünktlich in Mainz ankommen möchten.

Crew: Amadeo, Josi, Theresa, Helena, Oliver, Kerstin, Thorsten, Christian, Ulrich, Aglaia, Jonas, Willfried, David, Alex, Uli

Erfelden – Mainz | 09.08.

Nachdem uns Aglaia schon sehr früh am Morgen verlassen hat, stehen wir Anderen um acht auf und legen wie geplant um kurz nach neun ab. Alex Joggingrunde erweist sich als etwas weiter als geplant, aber nach diversen Flusskilometern entdecken wir ihn doch endlich am Ufer und sammeln ihn wieder ein.

Während der Fahrt schreiben wir fleißig Logbuch und sortieren Floßbilder. Unser Zeitplan ist diesmal perfekt und wir kommen um 14:30 in Mainz an. Dort werden wir mit einem an der Brücke aufgehängten Robin Wood Transparent, der Regionalgruppe Rhein-Main und mehreren JournalistInnen empfangen. Das Interesse an Floß und Infostand ist groß und wir machen einige Floßführungen.

Das Floß liegt jetzt bis Donnerstag am Malakoff-Ufer, direkt am Hotel Hyatt (dort dürfen wir netterweise die Toiletten benutzen).

Kurz nach der Ankunft verlassen uns Kerstin, Theresa und Helena und auch Thorsten, Amadeo und Josi fahren am Abend. :(

Auch Willfried fährt mal wieder nach Hause und nimmt netterweise eine Ladung Wäsche mit.
Abends trifft sich die Regionalgruppe Rhein-Main am Floß.

Nach Nudeln mit Champignon-Sahne-Soße, zu denen wir auch einige Gäste einladen, sitzen wir noch ein Weilchen beisammen.

Crew: Oliver, Uli, David, Jonas, Alex, Ulrich, Christina, Daniel, Joachim

Mainz | 10.08.

Heute ist es ruhiger bei uns. Jonas, David und Uli müssen fahren und können erstaunlich leicht das Floß verlassen.

Währenddessen unternehmen Alex und Christian einen sehr sehr kurzen Ausflug zum Baumarkt und zum Bootsausstatter, so dass wir jetzt endlich einen neuen (heilen!) Radarreflektor und viele diverse andere sehr nützliche Utensilien besitzen. Nur die spontan gekauften Verschlüsse für die Wasserkanister passen leider nicht.

Ab Mittag feiert Anne aus der RG RheinMain ihren Geburtstag mit vielen Leckereien am Ufer. Abends gibt es Flosskino und Pizza.

Paddy, Stefan und Aglaia kommen zu später Stunde an.

Crew: Ulrich, Alex, Christian, Oliver, Paddy, Stefan, Aglaia

Ungewöhnlich für ein Floß geht es nun flußaufwärts den Main hinauf nach Rüsselsheim, Kelsterbach und Frankfurt (Main). Dies alles sind Orte, die mit der Waldbesetzung gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens durch ROBIN WOOD und andere Aktive verbunden sind. Vor Ort gibt es eine sehr gute Unterstützung durch die Regionalgruppe Rhein-Main.

Mainz – Rüsselsheim | 12.08.

Früh fahren wir los, entgegen dem Strom und eigentlich eine kurze Strecke, doch eine Schleuse bremst uns etwas. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir Kelsterbach.

Vor dem Treidlerdenkmal treideln einige Leute von RoWo, attac und Schaulustige das Floß etwas – und zur Überraschung aller funktioniert dies auch leidlich. Am Steiger erwarten uns Pressevertreter und viele Interessierte. Es dauert schon mehr als 1 Stunde um allen nur “Hallo” zu sagen. Daniel und Alex eilen ins Radio Rüsselsheim

Andreas und Anne haben ihre Liegefahräder als Anschauungsobjekte mitgebracht und wir setzen uns in die Strandbar, die wir nutzen können. Dort gibt es ein 3-Gänge Menu und interessante Gespräche. Auch eine Landtagsabgeordnete besucht uns und wir diskutieren die Grenzen von Parteien – in Hamburg hatten wir ja eine Baumbesetzung gegen die Grünen und bei der Waldbesetzung in Kelsterbach gab es ja auch einige Reibereien mit der Linken. Von den anderen Partein ganz zu schweigen, welche die Milliardenprojekte durchbringen wollen.

Das Wetter ist kühl, aber beständig, gelegentlich nieselt es leicht und so lassen wir das Floßkino ausfallen. Auch Sara-Ann besucht uns und wir sitzen in der geschlossenen Strandbar noch bis tief in die Nacht.

Kelsterbach | 13.08.

Gegen 11.00 Uhr fahren wir los Richtung Kelsterbach. Im Winterhafen von Feudenheim setzen wir Alex V. und Anna ab. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir Kelsterbach und schon von weitem winken uns viele Menschen zu. Sie empfangen uns mit Fahnen und Gesang.

Auf uns warten die WIK und die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau. Auch Andreas, Dirk, Daniel, Joachim und Anne sind wieder da – unsere Landcrew quasi. Es gibt veganen Kuchen, mehrere Infostände, Biowein…. Super nett!

Auch die Pressevertreter_innen finden etwas zu schreiben und zwei unauffällige Herren im Auto finden genug Motive zum filmen und fotografieren. Paddy und Uli bieten ein Schnupperklettern an und so können sich die Menschen einige Meter in den Baum bewegen.

Der “Empfang” dauert bis in die Dämmerung und wir können einige überzeugen, uns am nächsten Tag auf dem Floß zu begleiten.

Kelsterbach – Frankfurt/M. | 14.08.

Heute werden wir um halb 9 vom Wecker geweckt. Um kurz vor 10 kommen unsere kelsterbacher Freunde, die angekündigt haben für den Tag mitzufahren und wir legen ab.

Als wir Frankfurt gegen 16 Uhr erreichen, werden wir von Robin Wood Aktivisten, die sich mit einem riesigen Transparent vom Holbeinsteg abseilen, empfangen. Mit dem Banner mit der Aufschrift „Ruhestörer! Klimakiller! Fraport kielholen!“ protestieren sie gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Die Kletteraktion wurde beendet, indem sich die Aktivisten auf das vorbeifahrende Floß abseilen. Durch das schöne Wetter sind am Ufer lauter Passanten versammelt, die die Aktion aufmerksam verfolgen und das Floß an der Anlegestelle empfangen. Später gibt es von Mitgliedern des Netzwerks Umwelt und Klima Rhein-Main eine Informationsrunde zum Thema Gesamtbelastungsstudie. Wer mehr über die Forderungen des Netzwerks, in dem Robin Wood auch vertreten ist, wissen möchte, kann sich unter www.umwelt-klima-rheinmain.net informieren. Bis in die späten Abendstunden kommen viele Spaziergänger und Besucher vorbei. Es gibt tolle Gespräche und wir werden viel Infomaterial los.

Bild: TranspiAktion Frankfurt/M.

Uli und Oliver müssen uns heute leider verlassen, dafür kommen aber Simon und Benni.

Crew: Alex V., Alex G., Aglaia, Dagmar, Juri, Willfried, Simon, Benni

 

Tschüss, vielen Dank an Alle und bis zum nächsten Mal.