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13. Juni 2013

Neuer Lagerort für die ROBINA WALD (13.6.13)

Die ROBINA WALD ist heute im Hamburger Hafen aus dem Wasser gekrant worden und liegt jetzt in der Nähe der Ellerholzschleuse an einem trockenen Plätzchen – bis zur nächsten Tour!

Männer bei der Arbeit

Männer bei der Arbeit

Ein halbes Floß in der Luft

Ein halbes Floß in der Luft

 

... und noch ein Stückchen höher

… und noch ein Stückchen höher

Schwebende Reling

Schwebende Reling

Heute mal klettern statt Büro

Heute mal flößen statt Büro (Fotos: Jonas/ROBIN WOOD)

 

 

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12. Mai 2013

Hamburg, Sonntag, 12.05. (Tag 16)

Heute ist der letze offizielle Tag der Flosstour. Morgens besuchen wir ein Schifferfrühstück in unserem Übernachtungshafen.

Mit der Tide im Rücken fahren wir noch einmal in die Innenstadt von Hamburg. Kurzhalt am Fischmarkt. Daniel möchte das Floss verlassen. Sein Rucksack nicht, da wir spontan einem größeren Schiff Platz machen müssen. Nach erfolgreicher Gepäckübergabe gehts dann zur Elbphilharmonie.

Aus dem geplanten Speicherstadtbesuch wird leider wieder nichts, da es mittlerweile 16:30Uhr und kurz vor der Auslaufparade ist. Also warten wir, warm in Regenkleidung verpackt, bis die Grossen vorbei sind.

Es geht los. Das Geniesel wandelt sich in Sonnenschein. Fast alle Schiffe des Hafenfestes sind draussen und die Elbe ist heute erstaunlich ruhig. So tuckern wir in diesen riesen Schiffsgemenge an den komplett mit Menschenmassen gefüllten Landungsbrücken vorbei. Mit Megaphon-verstärktem Muschelhorn grüssen wir neue und alte Bekannte.

Am Fischmarkt angekommen, verabschieden wir unsere Gäste und begeben uns Richtung Greenpeace-Hafen. Vorbei an der Köhlbrandbrücke, die Erinnerungen weckt.

Am Abend tauschen wir mit anderen Teilnehmern der Gegenstrom-Blockade Erlebnisse und Einschätzungen aus. Wir kochen zusammen und fallen irgendwann übermüdet in den Schlaf.

Mit dabei: Dagmar, Juri, Christian, Alex, Stefan S., Frederik, Günther+Freunde, Wolfram und Astrid

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11. Mai 2013

Hamburg, Samstag, 11.05. (Tag 15)

Die Augen gehen auf. Wo ist Alex? “Na, beim Schifferfrühstück”, wie er uns später erzählt. Die Zeit vergeht heute schnell – warten auf günstige Tide. Unser Tagesziel ist heute die Speicherstadt.

Über den Fischmarkt geht es Richtung Elbphilharmonie zum Kehrwiedereck. Oh, Elbsperrung: Heute gibts Schlepperballett. Wir nehmen Besichtigungsgäste an Bord und begeben uns mit dem Floss in die Flussmitte und lassen uns ordentlich durchschaukeln.

Zurück am Kehrwiedereck dürfen wir kurz an einen privaten Anleger und es ertönt aus der Funke: Sturmwarnung. Wir müssen ablegen und beschliessen, uns in die sicherere Speicherstadt zu Begeben. Die Brücken erscheinen uns durch das Hochwasser dann doch etwas zu niedrig. Ulli geht von Bord und uns bleibt nichts anderes übrig als bei Windstärke 7 mit eingerollten Transparenten Richtung Heimathafen zu fahren.

Düstere Wolken fast überall am Horizont. Doch Hafenfest und Sonne bleiben uns treu. Es tröpfelt nur ein wenig und wir machen noch mal an unserem Lieblingsanleger am Fischmarkt fest.

Es wird langsam dunkel. Beleuchtete Schiffe ziehen wie fahrende Hochhäuser vorbei auf ihrer Fahrt zu den Landungsbrücken. Eines spielt Live Musik: “Happy Birthday Hamburg!” röhrt eine rauhe Stimme, die aus dem riesigen Schiffsrumpf zu kommen scheint und offensichtlich nicht dem Kapitän gehört. The Metalheads beschallen einige Sekunden später das komplette Ufer. Tausende Menschen sind am und auf dem Wasser. Wir legen ab und geniessen das Abschlussfeuerwerk entspannt vom Wasser aus.

Auf dem Rückweg durch die Dunkelheit halten wir an einem Fährenanleger, ein Paar, das auf die HVV-Fähre wartet, steigt mutig zu und lässt sich mit dem Floß zum Museumshafen bringen. Begeistert von dem unerwarteten Abenteuer wünschen sie uns eine gute Nacht.

Mit dabei: Dagmar, Juri, Christian, Alex, Stefan S., Daniel, Ulli

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10. Mai 2013

Elbblockade, 10. Mai (Tag 14)

Heute haben mehr als 20 Schiffe gegen dreckige Kohle aus Kolumbien in Hamburg protestiert. An der Elbblockade gegen Vattenfall nahm auch unser Floß teil: Klimakillerkraftwerk Moorburg stoppen!

Und schon eines vorweg: es hat wirklich Spaß gemacht!!!

 

Erstes Bild der Elbblockade / Foto: Stefan Schneider, ROBIN WOOD

Erstes Bild der Elbblockade / Foto: Stefan Schneider, ROBIN WOOD

Die Boote bildeten in Höhe der Landungsbrücken eine Kette quer über die Elbe, um symbolisch die Lieferroute für Steinkohle aus Kolumbien zum Kraftwerk Moorburg zu blockieren. Zeitgleich gab es Proteste in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá.

Nach Recherchen von gegenstrom13 plant Vattenfall seinen Kohlebedarf in Kolumbien zu decken. Kolumbien zählt zu den weltweit führenden Exportländern. Enorme Staubemissionen führen bei den AnwohnerInnen – darunter viele Indigene – zu schweren Erkrankungen. Wie in den Vattenfall-Braunkohle-Gebieten in der Lausitz, werden auch dort ganze Dörfer vernichtet, die den Kohlebaggern im Weg sind.

Hier ein Film von Graswurzel.tv:


Eine Bildstrecke der Aktion gibt es z.B. bei der Morgenpost.

Floß bei der Blockade / Foto: visual-rebellion.com

Floß bei der Blockade / Foto: visual-rebellion.com

Weiter Bilder gibt es bei https://linksunten.indymedia.org/de/node/85975

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9. Mai 2013

Hamburg, Donnerstag, 09.05. (Tag 13)

Heute stehen wir früh auf. 11Uhr ist Pressetermin mit Gewerkschafter*innen aus Columbien. Wir lösen uns von den Bequemlichkeiten bei Greenpeace und Frühstücken ausgiebig und gemütlich auf der Fahrt.

Es regnet kurz, bevor wir unseren verabredeten Treffpunkt errreichen. Trotz Miesewetter hat sich ein Fotograf der MoPo zu uns verirrt. Wir liegen nun prominent vor den Fischauktionshallen in St. Pauli in einem Sonnenloch. Der Hafengeburtstag nimmt langsam an Fahrt auf.
Dann beginnt die Hafenrundfahrt mit unseren Gästen. Am Blom&Voss-Dock vorbei gen Landungsbrücken. Der Zoll-Anleger ist offenbar kein guter Platz für uns, und so heißts gegen den Strom langsam elbabwärts wieder zu den Fischmärkten. Der Wasserschutzpolizei geht das zunächst offenbar nicht schnell genug und sie versucht uns von der Teilnahme an der Hafenparade abzubringen. Abschied fällt schwer, denn Nico versucht uns nach über einer Woche des Mitfahrens zu verlassen.

Nachdem wir die offizielle Bestätigung der Paradenleitung eingeholt haben, reihen wir uns in den hinteren Teil der Einlaufparade ein. Zuvor machen noch 2 Kanuten testeshalber an uns fest, denn sie wollen morgen mit auf die Demo.
Mit der Sonne im Rücken zwischen Seglern, Motorschiffen und Dampfern, treffen wir ein paar Aktivisten auf einem alten Polizeiboot. Sie weisen auf einen unangenehmen Umstand der Parade hin: Kriegsschiffe fahren hier leider auch mit.

Nach der Parade legen wir abermals bei den Fischmärkten an, besuchen kurz das alternative Hafenfest mit gutem veganen Essen und vielen netten Menschen.
Schon wieder besucht uns die Polizei am Floss und bemängelt, das wir uns bei einer Riesenhafenfete politisch engagieren.

Die Sonne sagt ade und so begeben wir uns zu unserem Freund, dem Pottwal. Kurz vorm Ziel werden wir von einer Riesenwelle überrascht, die das ganze Floss unter Wasser setzt.
Ein eindrucksreicher Tag geht zu Ende und nun sind wir doch noch überall Nass geworden. Ruhe kehrt ein. Wir schöpfen Kraft für Morgen – den Tag der Elbblockade.

Mit dabei: Dagmar, Juri, Christian, Christians Freund + Freundin, Alex, Christine, Stefan S., Nico, Uli, Frederik, Raphael, Günther+Tochter, Volker & Freundin, Cècile, 2 Kanuten, columbianische Gäste..

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8. Mai 2013

Hamburg, Mittwoch, 08.05. (Tag 12)

Heute ist Gerichtstermin auf und über das Floß. Es soll überprüft werden, ob wir ein Wasserfahrzeug sind und uns somit frei bewegen dürfen. Deshalb wird ersteinmal im Greenpeace Hafen gründlich Klar-Schiff gemacht.
Übersichtlich und nachvollziehbar soll alles sein. Denn ein eigenständig fahrender Trimaran, der getarnt als Floss ist, ist schon was neues.

Das Wetter spielt mit. Die Sonne kommt heraus, hebt Laune und Fahrfreude. Nach einer kleinen gemeinsamen Hafenrundfahrt ist ersteinmal nichts entschieden.

Wir werklen noch den ganzen Tag an Dies und Das. Ein Transparent wird gemalt – “Keine Kohle für Moorburg”. Erdacht, Layoutet und auf Dia gebracht in der Mittagspause von Greenpeace. Ein neuer, stabilerer und noch längerer Mast entsteht. Und das Schlauchboot wird gewartet.
Zong, aufeinmal haben wir die Schlauchbootanlasserstrippe in der Hand. 4 Schrauben später die Diagnose, Rückholfeder gebrochen – kein Ersatz, kein Geschäft hat gerade sowas. Was nun? Improvisieren. Reparieren. Zum Glück haben wir hier alle Möglichkeiten und KnowHow vor Ort.

Es ist spät geworden – dauert doch immer wieder alles länger als Mensch es lieb hat. Denn eigentlich wollten wir mit dem Floss noch in die Stadt fahren – nun entspannen wir uns bei allerlei Köstlichkeiten für die nächsten 2 stressigen Tage.

Vielen dank nochmal an die Greenpeacer*Innen von Hamburg.

Mit dabei: StefanS, Daniel S., Alex, Christian, Dagmar, Juri, Frederik

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7. Mai 2013

Hamburg, Dienstag, 07.05. (Tag 11)

Langsames Erwachen neben dem Pottwal. Es ist schwül und noch scheint die Sonne. Frederick kommt, und wir machen uns auf den Weg zur Elbphilharmonie.

Am Anleger bekommen wir Besuch von der Polizei – heute leider fast die einzig wirklich Interressierten am Floss. Es wird festgestellt, das wir uns auf dem Weg zu einer Demonstration befinden. Nach kurzem Umlegemanöver teilen wir uns den Platz zeitweise mit einem Koggennachbau – Hafenparade ahoi. Kurz darauf fängt es heftig an zu regnen und hört an diesem Tag auch nicht mehr so richtig auf. Wetter sagt: “Pech gehabt”, wie an nicht sichtbaren Hafenbarkassen zu erkennen ist.
Mutige trauen sich in die Stadt – Dinge erledigen. Dagmar hat leider pech gehabt. Sie kehrt völlig durchnässt mit köstlichen Kleinigkeiten wieder. Daniel konnte leider kein Bootszubehör mehr ergattern – kein Problem. Plasteflasche, Klebeband und Plastetüten verhelfen uns zu einer farbenfrohen Belechtung.

Am Abend lässt der Regen nach. Wir fahren Richtung Greenpeace Hafen. Unsere erste Hafenfahrt im Dunklen. Langsam und sicher unserem Ziel, der Beluga entgegen. Beim Anlegen ist es stock dunkel und es regnet schon wieder – puhh, geschafft. Leider haben wir den Grillabend verpasst. Doch eine interessante Führung durch Materiallager und Werkstätten lässt unsere Augen wieder grösser werden. Luxus pur: denn wir essen im trockenen gemütlich zu Abend und warme Kojen gibt es auch.

Mit dabei: Dagmar, Juri, Christian, Alex, Daniel, StefanS, Nico, Frederick

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6. Mai 2013

Oortkaten bis Hamburg, Montag 06.05. (Tag 10)

Irgendetwas klingelt hier. Wie spät ist es? Zu früh zum Aufstehen, viel zu spät zum Schlafen gehen. Bei gutem Wetter gehts auf nach Hamburg – immer der Tide entgegen.

In der Großstadt ist die ländliche Idylle und Friedlichkeit verflogen. Dafür lockt sie mit ihren ständigen Treiben. Kirchentag und Hafenfest sorgen bereits seit Wochen für restlos ausgebuchte Anleger.
Nun heißt es direkt vor Ort eine Bleibe für das Floss finden. Wir bekommen Besuch von Günther. Kreuz und quer geht es durch den Hafen. Anleger hier, Sportboothafen da – keiner hat Platz .[

Nach einem ganzen Tag des Hin- und Heres, sind wir nun alle glücklich endlich einen Anlegeplatz und neuen Freund gefunden zu haben. Er ist gross und wirkt etwas klobig. Alt ist er auch - mit rostigen Malen. Pottwal sein Name.
Robina Wald schmiegt sich nun gemütlich an ihn und zu erreichen ist sie nur per Schlauchbootfähre - eine kleine Herausforderung, die uns ruhig in den Abend bringt - Zeit für Besorgungen.

Vielen Dank nochmal an den Hafenmeister.

Mit dabei: Dagmar, Juri, Christian, Alex, Daniel, Stefan S. Nico, Günther

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5. Mai 2013

Von Geesthacht nach Oortkaten Sonntag, 5.5. (Tag 9)

Nach Frühstück, Abwasch und Duschen kam es zu gegenseitigen Besuchen und Bestaunen zwischen Floß und Yachtbauern. Sie bescherten uns kurzzeitig einen Gast- Floßhund mit Schwimmweste und natürlich dazugehörigen Gastmitfahrern durch die Schleuse.

Ab hier sollte die Tide unsere Fahrpläne mitbestimmen, weshalb wir erst gegen Mittag starteten. Wir kamen tatsächlich gut voran. An der Ausflugslokation “Zollenspieker” verliessen uns Cecile, Lucie und Ute. Dafür fand nach einigem hinund her Alex zu uns und wir konnten unsere Fahrt nach Oortkaten fortsetzen.

Mit dabei: Luzie, Ute, Daniel S., StefanS, Christian, Cécile, Dagmar, Juri, Nico, Alex

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4. Mai 2013

Lauenburg nach Geesthacht Samstag, 4.5. (Tag 8)

Bevor am Samstag die Tour Richtung Geesthacht weitergeht, kommen Christian in Begleitung, Ute und Luzie zu uns. So gestärkt, entschliessen sich einige der Floß-Crew an Land zu gehen und mit dem Fahrrad zu fahren. Das ist nach den letzten Tagen auf dem Floß eine ganz andere Perspektive. Ausgehend vom mittelalterlichen, historischen Stadtkern Lauenburgs radeln sie durch Wälder in Richtung Krümmel und betrachten die Elbe, nach gefühlten Ewigkeiten, nun als Landratten. Kurz vor Geesthacht halten sie im Segelclub Tesperhude: Anschippern mit Sekt, Bier und Bouwle. Wir freuen uns darauf nach netten Gesprächen vielleicht ein oder zwei von ihnen nächste Woche am Freitag in Hamburg wiederzusehen.

Angekommen in Geesthacht, liegt das Floss mitten im Hafen. Festmachen, Öffentlichkeitsarbeit, Reperaturen und Flossmastbau sind nun angesagt. Wir müssten mal in den Baumarkt – wird nicht nur einmal gefordert. Heraus gekommen ist etwas 5,60m langes und klappbares mit biegsamen Schanier und eine neu überarbeitete Einbauküche – Testberichte folgen.

Leider verlassen uns Günther, Ingo und Sophia und Martin besucht uns.

Abends geht es gen Sonnenuntergang zum Geesthachter Segelclub – gemütliches Beisammensein und Kennenlernen. Andere streifen noch etwas durch die Nacht und füllen unsere Besteck sowie Zucker und Flüssigkeitsvorräte auf.

Mit dabei: Luzie, Ute, Daniel S., StefanS, Christian, Cécile, Dagmar, Juri, Nico, Ingo, Sophia

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3. Mai 2013

Bleckede bis Lauenburg Freitag, 3.5. (Tag 7)

Auf nach Lauenburg! Ankunft: Ruferplatz, mitten im von mittelalterlichen Häusern gesäumten Zentrum – Fotoshooting mit der lokalen Presse.

Kaum unseren ersten Fuss und Infostand in Holstein gesetzt, besucht uns die Wasserschutzpolizei für eine kleine Kontrolle. Währenddessen füllt sich der Platz mit immer mehr Feuerwehrmenschen und wir überlassen letztendlich diese exponierte Stelle samt Schlaftsack der feiernden Gesellschaft. Unser neues Ziel: WSC Lauenburg. Ein kleiner Sportboothafen vor der Schleuse zum Elbe-Lübeck Kanal direkt hinter der Marina. Hier Anlegen ist eine kleine Herausforderung, doch es lohnt sich. Idyllisch ist es  und wir werden Besucht. Ein kleines Elektrosportboot: 2 Solarzellen direkte Sonnenenergie, gewandelt in 1,5PS – das reicht um sich hier fort zu Bewegen.

Wenig später kommen Dagmar, Juri und Cècile zu uns und sorgen für neuen Gesprächsstoff, Ideen und Taten. Es wird gemalt und gekocht. Die Nacht bringt Entspannung und lädt zum Zelten ein.

Mit dabei: Nico, StefanS, Daniel S., Ingo, Sophia, Günter, Dagmar, Juri, Cecile

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2. Mai 2013

Neu Darchau bis Bleckede über Alt Garge Donnerstag, 2.5. (Tag 6)

Früh geht´s los auf die Elbe zum verabredeten Zwischenstopp in Alt Garge. Auf dem Weg dorthin ist es immer noch windig und bewölkt. Langsam und stetig kommt immer mehr die Sonne hinter den Wolken hervor.

Bei der Einfahrt in den Hafen von Alt Garge sind immer noch die Spuren des damaligen Kohlekraftwerkes zu erkennen. Dort werden wir bereits von Menschen der BI, einem Kamerateam und einem kleinem Welpen mit Hundemamma freudig erwartet.

Nach Fotoshooting und Interviews gehts es zur ehemaligen Deponie, die genau auf einer Landzunge zwischen altem KohleHafen und Elbe liegt. Auf den ersten Blick wirkt das Gelände des jetzigen Biosphärenreservoir ganz idylisch. Überall blühen Bäume und Sträucher, die Wiesen sind saftig grün und die Angler kommen gern vorbei, weil es so schön ruhig ist. Doch durch Erläuterungen seitens der Ortsansässigen werden wir eines besseren belehrt. Die Bürgerinitiative hat unter anderem auf dem Gelände Bodenproben genommen und diese im Labor analysieren lassen. Faktisch kam heraus, dass auf der Altdeponie der Grenzwert von Arsen um das 300fache überschritten ist und weiterhin sind die Werte von Cadmium stark erhöht, um nur zwei von vielen zu nennen.
Vom Landesamt Niedersachsen wurde der Deponie, bevor sie als Bioshärenreservoir deklariert wurde, auf einer Skala für Gefährdungspotentiale (1-100) die Bewertung dreiundneunzig und somit “höchst gefährlich” gegeben. Um einen Vergleich dazu zu ziehen, die restlichen Deponien in Niedersachsen bekamen durchschnittlich eine Benotung unter Fünfzig. Auf Nachfrage einer Bürger*in aus Alt Garge zu diesem Sachverhalt wurde die Bewertung ohne Begründung auf unter 50 gesetzt. Zudem erhielt sie nie eine Stellungnahme zu genanntem Vorgang.
Bei solch Kuriositäten alleine bleibt es nicht. Unter anderen wurde von der jetzigen Betreiber*in Vattenfall ohne Genehmigung ein kleines, aber trotzdem interessantes, Feuchtgebiet im Biosphärenreservoir trockengelegt. Bis jetzt erfolgt weder eine Nachholgenehmigung noch wurde Ersatz geschaffen. Was erschwerend hinzukommt ist, dass sich auf dem nun trockengelegten Gelände zwei ca. 4m Hohe Berge auftürmen. Diese sind zwar in ihrer Deckschicht ungefährlich, doch was sich darunter befindet scheint wiederum nichts gutes zu sein.
Um den Fokus ein wenig weiter zu fassen, stellt sich die Frage: Was passiert bei Hochwasser? Darauf kann es keine angenehme Antwort geben. Vielleicht wurde auch deshalb versucht das Thema so lange wie möglich klein zu halten. Allein die Vorstellung das Schadstoffe in die Elbe gelangen und letztendlich ins Grundwasser, ist wie in einen schlechten Film.

Nach all den Schreckenszenarien vor Ort fahren wir nun weiter Richtung Bleckede. Obwohl es einige Schwierigkeiten mit dem Wind gibt, haben wir es zu guter letzt dennoch geschafft an unseren Liegeplatz zu gelangen. Ein wenig Kultur ist dann heute auch noch dabei, um den Kopf nach all der Aufregung frei zu bekommen. Wir freuen uns natürlich auch darüber, das Daniel den Weg zu uns gefunden hat.

Mit dabei: Nico, StefanS, Ingo, Spohia, Günter, Daniel S.

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30. April 2013

Die Fahrt geht los – nach Hitzacker Dienstag 30.4.(Tag 4)

Heute geht sie los, die Fahrt unseres Floßes auf der Elbe.

Ablegen um 12:30 Uhr, nach Erledigung einiger Kleinigkeiten wie Auffüllen des Flosstanks mit Pflanzenöl und Zweitaktgemisch für das Schlauchboot. Der Himmel ist leicht bedeckt, mäßiger Wind. Trotz kühlem Wetter ist die Motivation groß. Es freuen sich alle auf die Tour.

Die Elbe führt Hochwasser, so dass die Buhnen nicht zu sehen sind. Es geht Vorbei an einer alten Eisenbahnbrücke auf Seite des Wendlandes und unter die Dömitzer Brücke. Bekannt geworden ist diese schon auf verschiedenste Weisen. Ob schwankende Leitern mit Wurfanker oder Wendländer Bauern, die sich dort des öfteren im November zu langwierigen Fachsimpeleien über Ernteaussichten des nächsten Jahres treffen.

Verabredet wird gerade noch, dass wir mit kolumbianischen Gewerkschafter*innen am 9. Mai eine Tour durch den Hamburger Hafen machen und ihnen das Klimakiller-Kraftwerk Moorburg schon mal von der Wasserseite aus zeigen. 3 Kanuten haben sich auch gemeldet. Sie wollen vom Floß aus an der Elbblockade teil nehmen. Wir freuen uns, dass es immer mehr Schiffe und Boote werden, die am “Aufzug auf dem Wasser” mit dabei sind.

Bis  nach Hitzsacker, unserem Tagesziel, windet sich der

Fluss in mehreren großen Schleifen beidseitig eingedeicht durch das Urstromtal. Im Hafen legen wir uns gleich neben das grösste Boot, das des Hafenmeisters. Abends kommen Ingo, Sophia und Nico an Bord. Jule fällt es schwer uns zu verlassen. Heut gibt es Fussball, Zeit zum Sammeln von  Verpflegung für den 1.Mai, was bis spät in die Nacht dauert.

Mit dabei: Christian, Stefan, Daniel, Günter, Jule, Ingo, Sophia, Nico

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29. April 2013

Der Start der Tour – im Hafen Montag, 29.4. (Tag 3)

Heute war der offizielle Start der Flosstour im Dömitzer Hafen und das Floß für Besucher*innen geöffnet. Pünktlich um 11 Uhr kamen dann auch zwei Journalisten regionaler Zeitungen beim Frühstücken vorbei.

Nun irgendwie wird ja für die Zeitungen öfters posiert… ein normales Floßleben mit Brötchen im Mund reicht da nicht – da haben wir dies auch gleich als Gruppenfoto für uns genommen.

Posieren für die Kamera

Posieren für die Kamera

Windig war es den ganzen Tag und das hat ziemlich genervt, weil sich das Floß die ganze Zeit unter der tösenden Plane verstecken musste. Dafür gibt es schon die ersten Berichte über die Tour online, u.a. bei Greenpeace und bei Klimaretter.info.

Morgen starten wir auf der Elbe nach Hitzacker. Mast und Schootbruch könnt ihr uns leider noch nicht wünschen, denn es gibt nähmlich noch keinen, wie ihr auf dem unteren Foto sehen könnt. Ist vielleicht auch besser so, denn wir eröffnen gerade die Flossküchen Grill- und Pfannensaison.

Mit dabei waren heute: Stefan, Chris, Daniel, Günther, Flo, Andreas und abends Christian R.

Abendruhe am verpackten Floß / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Abendruhe am verpackten Floß / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Fotogallerie:

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28. April 2013

Floßaufbau in Dömitz Sonntag, 28.4. (Tag 2)

Kalt war es am morgen und Dunst lag über dem Wasser. Als erster Gast schwamm ein Biber am Floß vorbei.

Biber am Floß / Foto: Daniel Häfner

Biber am Floß / Foto: Daniel Häfner

Den ganzen Tag haben wir dann am Floß gewerkelt – Schönheitsreparaturen.  Drei neue Panele sind zu unserer  Solaranlage dazugekommen (240 Watt), damit können wir also auch fast Strom exportieren. Auch das Schlauchboot ist nun fertig zusammengebaut und im Nachhinein fragen wir uns, was daran eigentlich Stunden gedauert hat.

Werkeln an Floß und Schlauchboot / Foto: Daniel Häfner

Werkeln an Floß und Schlauchboot / Foto: Daniel Häfner

Sonst war schönes Wetter mit einem regen Ausglugsbetrieb und die ersten Flyer sind schon weg, auch wenn wir noch gar nicht gestartet sind.

Mit dabei waren: Stefan, Günther, Chris, Daniel, Flo, Andreas, Martin Z.

Das fertige Floß / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Das fertige Floß / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Fotogallerie:

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27. April 2013

Floßaufbau in Dömitz Samstag 27.4. (Tag 1)

Kaum ist der erste Tag des Aufbaus vorbei, ist das Floß auch schon fast fertig eingerichtet und liegt im Dömitzer Hafen. Am Montag wird es die Floßtour offiziell eröffnet und ab Dienstag geht es dann auf der Elbe nach Hamburg zu gegenstrom13, der symbolischen Elbblockade gegen das Klimakillerkraftwerk Moorburg in Hamburg.

Gegen elf Uhr erreichte das Floß den Hafen in Dömitz und wurde eingekrant. Mit den erneuerten Pflanzenölfässern und durch die Hilfe des Spediteurs ließen sich die Floßhälften dann auch gut verbinden.

Einkranen des Floßes in Dömitzer Hafen / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Während des Aufbaus überzeugte Stefan dann eine Familie gleich mit ihrem Boot zur Elbblockade von gegenstrom13 zu kommen – mal schauen ob sie dabei sein werden.

Zusammenbau des Floßes im Dömitzer Hafen / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Zusammenbau des Floßes im Dömitzer Hafen / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Mit dem groben Aufbau waren wir gegen 19.00 Uhr fertig. Morgen müssen noch die Transparente und die Solarpanels angebracht werden – und einige Schönheitsreparaturen kann das Floß auch vertragen.

Abendruhe in Dömitz / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Abendruhe in Dömitz / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Mit beim Aufbau dabei waren: Benni, Jule, Chris, Stefan, Daniel und Guz per Telefon. Abends kamen mit dem Material dann Flo, Günter und Andreas.

Den Sonnenunterang haben wir natürlich nicht genosse, sondern hart weiter gegen das Klimakillerkraftwerk Moorburg gearbeitet / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Den Sonnenunterang haben wir natürlich nicht genossen, sondern hart weiter gegen das Klimakillerkraftwerk Moorburg gearbeitet / Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Fotogallerie: